Wie Siemens mit Trovicor Diktaturen unterstützt

Wer die Freiheit liebt, bekommt schon beim Besuch der Webseite von Trovicor das kalte Kotzen: “Die Welt zu einem sicheren Ort machen” heißt es dort euphemistisch und der Trailer auf der Seite schickt uns durch lange verschlungene Gänge, vorbei an Monitoren auf denen eigentlich nichts zu erkennen ist. Dann steht dort:

Mit Beginn des dritten Jahrtausends wurde die Welt zu einem globalen Dorf, in dem man jeden Zielort innerhalb von 24 Stunden erreichen kann. Nie zuvor war es möglich, Informationen so schnell und auf so vielfältige Weise auszutauschen.
Jedoch kommunizieren nicht nur Konsumenten, sondern auch kriminelle Gruppen und terroristische Organisationen, die mitllerweile Informationen in atemberaubender Geschwindigkeit austauschen können.

Aus diesem Grund stehen Regierungsstellen und Sicherheitsbehörden heute mehr und mehr der Herausforderung gegenüber, diesen effektiv entgegenzuwirken. Mit maßgeschneiderten Dienstleistungen, Produkten und Lösungen der neuesten Technologien hilft trovicor diesen, ihren Auftrag der Verbrechensbekämpfung und der Vermeiden von Terroranschlägen zu erfüllen.

Interessant finde ich ja die Aufteilung: Konsument auf der einen Seite, Terrorist auf der anderen. Denn wenn der Konsument das Maul aufmacht, dann hat Trovicor dafür das maßgeschneiderte Tool: ob nun im Iran, Bahrein oder anderswo. Früher nannte sich das Überwachungssystem “Siemens Monitoring Center”, heute lieber nennt man es lieber nur noch “Monitoring Center”.

Und auch die Firmenphilosophie ist eine Ausgeburt des Zynismus, wenn man sich vor Augen führt, dass mit Trovicors Produkten Menschenrechtler und Mitglieder von Demokratiebewegungen hinter Gitter gebracht werden:

Eine gute Regierung muss geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Welt zu einem sichereren Ort für Einzelpersonen, Familien und Nationen zu machen. Wir glauben, dass damit wahre Freiheit beginnt.

Die wahre Freiheit in Bahrein, Iran und in anderen Diktaturen!

Bei Netzpolitik und Wired haben sie nochmal die Geschichte von Nokia Siemens und der Siemens-Firma Trovicor nachgezeichnet.

Ich bin im Übrigen sowieso mal dafür diesen Firmen, und es gibt in Deutschland viele davon, mal kräftig auf den Zahn zu fühlen und sie in die Öffentlichkeit zu zerren mit ihrem menschenverachtenden Geschäft.

geschrieben von: John F. Nebel

John F. Nebel ist Blogger, Podcaster und Journalist. Bei Metronaut sind seine Themen Soziale Bewegungen, Grundrechte, Freiheit, Überwachung, Netzpolitik, Aktivismus, Public Relations und alles andere, was ihn gerade interessiert.

4 Kommentare

  1. BraverJung says:

    Zensur gibt es doch auch bei Euch auf dieser web page, also was wollt ihr deppen?

    Haltet euch für super intelligent, und lasst den Terroristen freien Lauf in den Netzen. Zum Schluss sympatisiert ihr noch mit denen, ihr armen ahnungslosen W….

  2. Kain Schwarzer says:

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem überaus konstruktiven und durchdachten Kommentar, BraverJung.
    Hier geht es um den Export der Software nach Syrien, Iran, Bahrain und weiß der Geier wohin. Frag doch mal bei den Behörden dort nach, wie sie “Terroristen” definieren. Ist schon ein tolles Mittel zur verbesserung der Sicherheit, wenn man die Software an offizielle Behörden verkauft, die sich dann dummerweise z.B. Taliban nennen. :P

  3. Antonius says:

    Ach ja … wen wundert`s die Seite von denen gibt es auf Englisch, Deutsch und jaaa… Arabisch.

Hinterlasse einen Kommentar