Wahrscheinlich habt ihr alle schon den Brief Eurer Krankenkasse bekommen, in dem sie Euch auffordert, ein biometrisches Passfoto zu schicken und damit die neue elektronische Gesundheitskarte zu bestellen.
Ich will das nicht. Weil mir die immer weiter gehende Erfassung des Menschen und seines Gesundheits- bzw. Krankheitszustandes gegen die Ketten geht. Weil ich es nicht einsehe, meiner Krankenkasse ein biometrisches Bild zu schicken, wenn ich das sogar bei meinem Personalausweis verhindert habe. Weil ich ich das Projekt für eine Verschwendung von Geldern halte, die anderswo im Gesundheitsbereich eingesetzt werden könnten.
Zwar kann man die elektronische Gesundheitskarte wohl nicht komplett verweigern, aber man kann Steine in den Weg legen, verzögern und den ganzen Prozess behindern, solange es geht.
Björn Grau hat in seinem Blog beschrieben, wie das geht:
Zunächst habe ich deshalb die Post meiner Kasse ignoriert. Half nichts, sie schickten Erinnerungspost. Deshalb habe ich gestern Abend eine Mail an meinen Sachbearbeiter formuliert.
Ich habe freundlich(!) darauf hingewiesen, dass meine Versichertenkarte erst dieses Jahr erneuert wurde und noch ein halbes Jahrzehnt gültig sei. Dann habe ich geschrieben, die eCard werde ja kontrovers diskutiert. Dazu habe ich intensiv aus diesem Positionspapier der Linksfraktion im Bundestag* kopiert, insbesondere den ersten Absatz habe ich beinahe komplett übernommen.
Weiter habe ich die wahre Anekdote weitergegeben, dass Bekannte von mir von ihrer Kasse aufgefordert wurden, die alte Versichertenkarte weiter und neben der eCard mitzuführen, weil die eCard nicht bei allen Ärzten funktioniere.
Und die Verweigerungshaltung funktioniert, denn noch wollen die Krankenkassen auf Überzeugung setzen und nicht auf Sanktionen. Wie die Linksfraktion im Bundestag recherchiert hat, bringt eine Verweigerung keine Nachteile mit sich:
Patientinnen und Patienten, die ihrer Krankenkasse kein Foto einreichen, müssen genauso ärztlich behandelt werden wie jetzt. Die Vorlage der bisherigen Krankenversichertenkarte reicht. Skeptiker der elektronischen Gesundheitskarte dürfen nicht von der ärztlichen Versorgung ausgeschlossen werden. Die Bundesregierung bestätigte das auf Nachfrage.
Die demonstrative Verweigerung, ein Foto für die e-Card an die Krankenkasse zu schicken, könnte also ein wirksames Mittel sein, das Nichteinverständnis mit der Umsetzung der e-Card zu demonstrieren.
Es schadet also nicht, sich einfach mal zurückzulehnen. Das ist genau das, was ich jetzt mache.
Update: Hier noch ein paar sehr nützliche Links und Tipps vom Foebud:
5 Gründe gegen die eGK:https://www.foebud.org/gesundheitskarte/copy_of_5-gegen-egk
FAQ zur eGK: https://www.foebud.org/gesundheitskarte/faq-egk

Bei der TK scheint man die Bilder die per Website hochgeladen werden nicht zu prüfen, auf meiner neuen Karte bin ich also im Ski Urlaub 2009 zu sehen, inkl. Dunkler Skibrille und Schutzhelm. Viel Spaß beim Biometrischen erfassen des Bildes. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich ein Baby Foto von mir eingestellt, Es zeigt ja mich, kann also theoretisch keine rechtlichen Folgen haben.
dazu der CCC
“Wer dringend eine neue Karte benötigt, kann probieren, beim Foto seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Es gibt keine gesetzliche Vorgabe, wie das Foto ausgestaltet sein muß – auch wenn die Krankenkassen das gern behaupten”
Weil ich es nicht einsehe, meiner Krankenkasse ein biometrisches Bild zu schicken, wenn ich das sogar bei meinem Personalausweis verhindert habe.
“Weil ich es nicht einsehe, meiner Krankenkasse ein biometrisches Bild zu schicken, wenn ich das sogar bei meinem Personalausweis verhindert habe. ”
Wie haben Sie das biometrische Foto beim ePerso verhindert?
Ein schiefes Bild gemacht ohne beide Ohren drauf, mir das Gemaule des Beamten angehört (“Das wird nie durchkommen!”), gesagt, dass ich nur ein Foto hätte, es gegen den Protest des Beamten eingereicht – und Glück gehabt.
Ah danke für die Info :)
Hallo!
Heute bekam ich auch Post von der Krankenkasse und ja – hihi – ich habe auch dran gedacht, irgendein witziges Foto zu schicken. Auf jeden Fall eins, auf dem ich gar nicht zu erkennen bin.
Ich werde das auch auf jeden Fall verweigern. Zumindest erst einmal, denn es wird soviel Schindluder getrieben mit unseren Daten.
VG M.J.
Hallo,
Danke Sebastian Mühler für den Hinweis bei der TK.
Ich werde es mal mit dem “Trollface” oder mit “me gusta” versuchen. Denke mal, die lassen ein einfaches Geschichtserkennugsprogramm drüberlaufen lassen.
Ich freue mich schon richtig auf meine neue Gesundheitskarte
schöne Grüße
Hallo,
auch ich bekomme seit Wochen Post von meiner Krankenkasse in der Sie mich doch immer wieder erinnnern ein Foto einzureichen.
Mit im Umschlag immer wieder dieselbe Broschüre.
Ich werde erstmal gar nichts tun, ich habe erst am Anfang des neuen Jahres eine neue Karte bekommen, noch die normale Versichertenkarte.
Habe gerade mal nachgeschaut: Die AOK hat mir mittlerweile 7 Briefe geschrieben, wenn ich das mal hoch rechne auf die ganzen Mitglieder,was die alleine nur fürs Porto ausgeben.
Schöne Grüße
mich hat doch glatt die tk gestern angerufen und mich aufgefordert ein foto von mir zu schicken. ich habe gesagt das ich das nicht will, da wollte sie mich überreden…lol ich hab gesagt solange es gesetzlich nicht vorgeschrieben bekomme werde ich die gesundheitskarte nicht machen. es geht ja nicht nur um die bilderkennung, sonder das die alles speichern können was sie grade wollen^^ ohne mich….
Danke für den Bericht, wir dachten nicht, daß es doch solche Kreise zieht. Wir haben auch schon das dritte mal Post von der IKK Berlin-Brandenburg erhalten.
Mir gefällt hier die Kreativität bei der Erstellung der Fotos.
Das würden wir dann in letzter Instanz machen, wenn nichts mehr hilft.
Uns es ist so wohltuend, daß wir mit unserer Ablehung und unseren Befürchtungen nicht allein da stehen.
Also werde ich jetzt erst mal eine email schicken, also auf Zeit spielen. Immerhin haben wir im Jan. beide eine neue Karte erhalten.
Moinsen,
habt Ihr mal daran gedacht,daß die Portokosten ein Witz sind,
gegenüber den Kosten die den Kassen entstehen ohne Bilder drauf.
Das teilweise eine Karte genutz wird um eine ganze Familie zu behandeln. Opa, Oma und am besten auch noch die Katze vom Nachbarn.
Versteht mich nicht falsch, ich bin auch kein Freund der KK und unserem Gesundheitssystem(Und vom gläsernen Menschen erst recht nicht). Aber die Bebilderung ist schon lange überfällig.
Ausserdem DIE DATEN WERDEN SOWIESO GESPEICHERT.
Ob nun mit oder ohne Bild.
Und mal ganz ehrlich, es ist doch nur positiv wenn der nächste Doc. sehen kann, was Andere schon vor Ihm rausgefunden haben.(Bspw.irgendwelche Allergien)