CC-BY-NC-SA maubrowncow

Nazis greifen Aktivisten wegen #refugeecamp an

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Einer oder mehrere Nazis haben heute den Piraten, Netzaktivisten und Unterstützer der #refugeecamp-Proteste Stephan Urbach in Berlin-Charlottenburg tätlich angegriffen. Nach der Schilderung von Urbach lauerten die oder der Täter vor seiner Haustüre. Urbach bemerkte es erst als er schon eine Faust im Gesicht hatte. Nach Urbachs Schilderung sagte der Täter sinngemäß, dass er sich “nicht mehr um die Kanaken kümmern” solle. Ein klarer Bezug auf Urbachs Aktivitäten bei den Flüchtlingsprotesten am Brandenburger Tor, wo er immer wieder live streamte. Urbach ist glücklicherweise glimpflich davongekommen: seine Brille ist kaputt und das Jochbein geschwollen. Die Körperverletzung ist wohl als Warnung an (linke) Aktivisten zu verstehen.

In den letzten Tagen hatten sich die Aktivitäten von Rechtsradikalen bezüglich des Refugeecamps gehäuft. So waren augenscheinlich Nazis vor Ort am Pariser Platz. Und auf Twitter betreiben die Nazis schon seit mehreren Tagen mit Fake-Accounts klassisches Hashtag-Spamming. Außerdem versuchen sie mit Falschmeldungen Unruhe in die Proteste der Flüchtlinge zu bringen und drohen immer wieder Angriffe an. Dass jetzt welche Ernst machen und Aktivisten vor der Haustüre auflauern, ist eine neue Qualität.

Zum Schweigen bringen werden sie damit den Aktivisten allerdings nicht, so schreibt Urbach in seinem Blog:

Ich schreibe das hier auf, weil es ein weiteres mal zeigt, was passiert, wenn man die Augen vor Rechtsextremismus verschliesst. Ich nehme das heutige Geschehen als Warnung mit – aber ich werde nicht aufhören, Rechtsextremismus zu benennen und zu bekämpfen.

Recht hat er – und die Unterstützung von vielen.

geschrieben von: Mikael in den Fahrt

Der im niederländischen Groningen geborene Mikael in den Fahrt will die “bourgeoise Monotonie von Metronaut von allen Seiten aufbohren”. Seit 2010 schreibt der gelernte Volkswirt sporadisch für Metronaut.

10 Kommentare

  1. Anna says:

    Der Angriff auf Stephan ist erschreckend und schockierend; ihm gilt mein Mitgefühl und meine Unterstützung. Jedoch sind solche Angriffe für sehr viele Menschen tägliche Realität. Seit 1990 sind über einhundert Menschen durch rechte Schläger/Mörder zu Tode gekommen. Eine “neue Qualität” mag ich in diesem Fall nur darin erkennen, dass Stephan ein bekannter Netzaktivist ist und die Täter_innen vielleicht über neue Medien (Stream, Twitter etc.) auf ihn aufmerksam wurden.

    Andererseits kann ich seinen Bezug auf “Rechtsextremismus” nicht verstehen und nur als politische Naivität oder Opportunität auffassen. Menschenverachtende Einstellungen, Herrschafts- oder Eiltedenken, körperliche und psychische Gewalt sind auch in der so genannten “Mitte der Gesellschaft” weit verbreitet. Die unsägliche Extremismusdoktrin des ‘Verfassungsschutz’, wonach menschenverachtende, antidemokratische Haltungen nur an den Rändern des politischen Spektrums zu finden wären, sollte von Aktivist_innen nicht willfährig reproduziert werden.

  2. Mikael says:

    Die neue Qualität bezog sich auf genau auf das Refugeecamp und die Naziaktivitäten dagegen. Mir ist klar, dass in Deutschland täglich Nazi-Übergriffe stattfinden und dass mehr als 140 Menschen durch Nazis seit 1990 getötet wurden.

    Genau wie Anna teile ich die Extremismustheorie nicht, sie ist ein Kontrollinstrument der vermeintlichen Mitte und richtet sich gegen alle nonkormen politischen Ideen, indem sie menschenverachtende rechtsradikale Scheisse mit linken Ideen gleichsetzt.

    Das “Recht hat er” bezog sich auf die Ankündigung, sich nicht einschüchtern zu lassen.

  3. Das nächstenMal schreibe ich einen Text, in dem alles(tm) richtig(tm) ist.

  4. Mikael says:

    Lieber Stephan, so belehrend war mein Beitrag hier aber nicht gemeint. Er war vielmehr als Solidarität gedacht. Über die Extremismus-Begriff können wir ein andermal streiten.

  5. InRuR says:

    “Junge Freiheit” gegen Pirat Oliver Höfinghoff

    (ho) hat den Arikel geschrieben
    http://anonym.to/?http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5b86cabc594.0.html

    fiel spricht dafür das (ho) das Kürzel für den
    “Junge Freiheit” Anti Antifa Aktivisten
    Henning Hoffgaard
    http://inrur.info/wiki/Henning_Hoffgaard
    ist

  6. InRuR says:

    InRuR wurde von Berliner Piraten Mitglied mit brauner Vergangenheit angezeigt
    http://inrur.info/wiki/Markus_Roscher

  7. InRuR says:

    oh wie peinlich !
    hab heute morgen nach langem Tag/Nacht
    “fiel” statt “viel” geschrieben :-(

  8. InRuR says:

    gerade eben erst bei einer Recherche über Nazi Aussteiger für die Zusammenstellung
    http://inrur.info/wiki/RenegatInnen_und_KonvertitInnen
    entdeckt – zwar nicht Piraten aber ähnliches Milieu

    05.07.2012
    12 Kommentare
    Rechtsextremer im Chaos Computer Club
    Hacker mit braunen Kontakten
    Dem Chaos Computer Club macht ein angeblicher Neonazi-Aussteiger zu schaffen.
    Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung.
    von Andreas Speit
    http://www.taz.de/Rechtsextremer-im-Chaos-Computer-Club/!96759/

  9. Drakonis says:

    Ohhhh! Herr Urbach hat aufs Maul bekommen? Versteh ich gar nicht Hier: http://herrurbach.de/2014/warum-man-nazis-immer-sofort-aufs-maul-hauen-muss/#comment-489 zb. haben Sie Ihre Fresse so weit aufgerissen! KLar das mal Gegenreaktionen kommen! @Anna: 100 Menschen wurden von angeblichen Nazis getötet! Wieviele Deutsche mussten im selben Zeitraum ihr Leben lassen durch die Päödoanbeter namens Moslems! Typisch für Euch Pädo/grün Freunde!

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