Berlins Polizeipräsident Glietsch ist das mit dem Film-Verbot egal. Er will seine Cops weiter auch auf friedlichen Demos unschuldige Menschen abfilmen lassen, berichtet der Tagesspiegel. Apropos Glietsch: Wo bleibt eigentlich die versprochene individuelle Kennzeichnung der Prügelbullen Ordnungshüter?
Alle Artikel von John F. Nebel
Netzpolitik.org unterstützt den Viral Video Award als Medienpartner. In diesem Jahr wird erstmals auch das “Beste politische Viral” mit 1000 Euro prämiert. Vorschläge dürfen alle machen – auf dieser Seite.
Sie lassen nichts unversucht. Jetzt will die CDU in Niedersachsen mit der Masche “Lärmschutz für Polizisten” laute Demos verbieten, berichtet die HAZ. Das dürfte nicht nur der Bass-Fraktion von Fuckparade und Hedonistischer Internationale nicht gefallen, sondern auch allen anderen, die lautstark ihren Protest äußern wollen. (via)

Die Loveparade-Katastrophe und der Umgang damit im Netz zeigt gerade sehr deutlich den schon seit einigen Jahren verlaufenden Wandel der Öffentlichkeiten an.
Dank Internet, Youtube und Handy-Videokameras haben wir aber seit einiger Zeit erstmals die Situation, dass in großer Masse zeitgeschichtliche Dokumentationen von großen Veranstaltungen zur Verfügung stehen und demokratisiert werden.
Schreibt Alvar Freude in seinem Blog. Das heißt konkret: Es geistern tausende von Videos, Fotos und Zeugenaussagen im Netz herum. Und zehntausende von Menschen beteiligen sich in Foren, Blogs und den Kommentaren der Mainstream-Medien nicht nur an wilden Spekulationen, sondern rekonstruieren selbst mit ihrem gesunden Menschenverstand und Crowdsourcing den Ablauf der Tragödie von Duisburg.
Das ersetzt sicherlich nicht die Ermittlungsarbeit der Polizei und deren Fachpersonal für Großveranstaltungen. Aber es treibt diese Arbeit voran, schließt manche Interpretationen aus, führt Informationen zusammen, die die Polizei eventuell nie so recherchieren hätte können. Die vieltausenden Kommissare am Monitor sind in jedem Fall etwas Neues – und ich bin mir nicht sicher, ob sich die klassische Ermittlungsarbeit mit diesen neuen Effekten schon auseinandergesetzt hat.
Damit meine ich nicht die Nutzung von Youtube-Videos als Beweismittel, denn die scheint sich ja schon durchgesetzt zu haben. Vielmehr geht es darum, ob sich die Polizei die vielbesungene Schwarmintelligenz zu nutze machen kann, die die zahlreichen Einzelstücke von “Augenzeuge Internet” zusammensetzt und interpretiert.
Manche Leute starten E-Mail-Aktionen zur Aufklärung, was in der Unterführung passierte. Wieder andere spekulieren in Foren, suchen nach Formeln wie viele Menschen auf einen Quadratmeter passen oder sammeln einfach Augenzeugenberichte, schreiben Gedächtnisprotokolle oder interpretieren das Protokoll des Veranstaltergesprächs (hier als PDF bei derwesten.de).
Die Bürgerinnen und Bürger als Ermittler, die ihre selbst gemachten und öffentlich zugänglichen Dokumentationen analysieren. Weiterlesen ‘Loveparade-Unglück: Alle sind jetzt Ermittler’
Zu den unwahrscheinlichen Klauseln und AGBs der Post für ihren idiotischen E-Mail-Dienst E-Postbrief, gibt es einen Artikel und ein hörenswertes Interview mit Rechtsanwalt Udo Vetter. Eines ist klar: Wer diesen Überwachungs- und Spam-Service nutzt, ist so dermaßen selber schuld. Der totale Scheiss. Hört selbst.
Im “Nürnberger Modeverbrecherprozess” ist Storch Heinar siegreich gegen Thor Steinar vom Platz gezogen. Mehr dazu bei endstation-rechts.de (via)
Den Spruch des Tages hat heute Gert Metternich, Projektleiter der Telekom, gebracht: “Im De-Mail-System werden die Mails für den Bruchteil einer Sekunde auf den Servern der Provider entschlüsselt und sofort wieder verschlüsselt und dann weitergeschickt.” Ach so, dann ist ja alles gut. Mehr dazu hier.
Wegen angeblichem terroristischen Material und einer Anfrage des FBI, hat der Webhost Burst.net gleich den ganzen Bloghoster Blogetery.com vom Netz genommen. Der Fall verdeutliche die Zerbrechlichkeit des Rechts auf freie Rede im Internet, sagt das US-amerikanischen Centre for Democracy & Technology. Mehr dazu bei heise.
Auf einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz hat der Vorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamter, Klaus Jansen, heute die neuen Motive der Anzeigen- und Plakatkampagne des Verbandes präsentiert. Jansen betonte: “Wir müssen die realen Gefahren des Tatorts Internet den Bürgern mit starken Bildern vermitteln.” Noch sei der Zug nicht abgefahren, aber die Weichen seien in Richtung digitales Chaos und Verlust aller Staatlichkeit gestellt. Die Bedrohung sei heute schlimmer als im kalten Krieg. “Es ist 5 vor 12″ so BDK-Chef Jansen weiter.
Hier die Motive der Kampagne:


Weiterlesen ‘Bund deutscher Kriminalbeamter startet Anzeigenkampagne’
Die Junge Union hat ihre Pornoverbots- und Schengen-fürs-Internet Pressemitteilung aus dem Netz genommen. Ein Interview mit dem Blog “Die Welt ist gar nicht so” wollte der Berliner Jungunionist Conrad Clemens auch nicht mehr sehen. Er fragt an, ob das Interview einvernehmlich gelöscht werden könnte. Vermutlich haben die Berliner Jungunionler gerade einen Einlauf von oben bekommen. Die ursprüngliche Pressemitteilung gibt es als Screenshot hier.



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