Gestern wurden die Viral Video Awards 2010 vergeben. Erstmalig wurden alle Preise an politische Virals vergeben. In der Jury saßen der Elektrische Reporter Mario Sixtus, die Fernsehjournalistin Petra Gute und Schauspieler Daniel Zillmann.
Den Preis der Jury holte sich Greenpeace mit dem Kit-Kat-Spot, der den Nahrungsmittelkonzern Nestlé zwang seine Lieferanten für Palmöl zu wechseln.
Der Preis für das beste politische Viral ging an den Klimafilm “Polar Bear”, der Publikumspreis an “Nice Game”, ein Video, das den Einsatz von Kindersoldaten themasiert. Die ausführlichen Jury-Begründungen findet ihr bei Netzpolitik.
Seit heute stehen die 24 nominierten Filme für den Viral Video Award von interfilm Berlin zur Wahl. Im letzten Jahr hatte der einzige Viralpreis eines deutschen Filmfestivals sich durch eine große Anzahl kritischer Filme hervorgetan. So wurde zum Beispiel im letzten Jahr der großartige Pappsatt-Film “Mediaspree versenken” geehrt.
In diesem Jahr sind natürlich auch kommerzielle Highlights wie der Supersprung von Bruno Kammerl mit dabei – und dennoch fällt auf, dass Nichtregierungsorganisationen sich mit ihren Filmen absolut nicht zu verstecken brauchen. So landete Greenpeace ja zuletzt mit dem Remix des RWE-Energieriesen einen dicken Erfolg. Dieser Film ist beim Viral Video Award nicht zu sehen, dafür gibt es gleich mehrere Filme, die sich mit dem Themenkomplex Netzpolitik, Zensur und Überwachung beschäftigen; unter anderem der großartige australische Werbespot “Censordyne”.
Ich will jetzt gar nicht mehr vorwegnehmen – alle Filme findet ihr unter www.viralvideoaward.com.
Der Viral Video Award bei interfilm Berlin findet auch dieses Jahr wieder statt. Die Macher suchen Filme mit Botschaft – und eben nicht das letzte Kinderfilmchen mit Babyrassel im Laufstall. Als einzige Maßgabe heißt es in der Pressemitteilung: “Ob für oder gegen Marken, Ideen, Images, ob politisch oder werblich – wichtig ist die Botschaft und die Absicht, diese viral im Netz zu verbreiten”. Das Schöne am Viral Video Award ist, dass nicht nur Filmemacher ihre Filme einreichen können, sondern dass alle Nutzer Virals vorschlagen können. Im Oktober werden dann die besten Filme zum Online-Voting gestellt. Außerdem vergibt eine Fachjury einen weiteren Preis. Zu gewinnen gibt es jeweils mindestens 500 Euro.
Am Freitag, den 7. November findet um 19.30 Uhr dann im Roten Salon der Volksbühne das Screening und die Preisverleihung statt. Außerdem hält Mathias Blüm von Clipfish eine KeyNote über Virals. Die Jury des Preises besteht aus Harald Martenstein, Johnny Haeusler und Mathias Blüm. Ich bin ja mal gespannt, wer gewinnt.
Das ist der aktuelle Trailer vom interfilm Festival 2008. Am 4. November geht es los mit der Eröffnung in der Volksbühne und bis zum 6. November können noch die besten Virals auf www.viralvideoaward.com online bewertet werden.
Beim “forward – international viral video award” des Internationalen Kurzfilmfestivals interfilm Berlin wurden mehr als 500 Filme aus 34 Ländern und 22 deutschen Städten eingereicht. Die besten 24 Filme stehen jetzt zum Online-Voting auf www.viralvideoaward.com bereit. Was mich an dem Wettbewerb wundert: es gibt fast keine kommerziellen Werbe-Virals, das Programm wird dominiert von Virals aus dem NGO-Bereich. Vielleicht ist das aber auch ein Trend. NGOs können sich keine klassische Werbung leisten und setzen deshalb besonders auf den viralen Distributionsweg im Netz. Jedenfalls sind einige schöne Filme dabei. Viel Spaß beim Voten.
Ich bin ja nicht gerade als Freund säuselnder Klimaschutzwerbung bekannt, aber der folgende Spot ist so schön, dass er hier unbedingt reingehört. Es handlet sich bei dem Film übrigens nicht um eine Animation, sondern eine Installation, welche die Zugluft der U-Bahn nutzt:
Noch viel mehr Filme mit Botschaft gibt es übrigens beim “forward – international viral video award“. Dort können noch bis zum 19. September Virals aller Art eingereicht werden, von denen die Besten dann auf dem Kurzfilmfestival interfilm Berlin im November gezeigt werden. Davor gibt es schon im Oktober ein Online-Voting.
Beim 24. Internationalen Kurzfilmfestival interfilm Berlin werden ab diesem Jahr Virals prämiert. Und das zum ersten Mal auf einem Filmfestival in deutschen Landen. Nebenbei gesagt: das 5-tägige Festival interfilm hat wirklich vorzügliche Filme im Angebot. Aber das nur am Rande.
Zurück zu forward – dort werden keine Virals gesucht mit dem stolpernden Opa, der über die Fußmatte fällt, sondern…
… Filme mit Botschaft, die eine werbliche, ideelle, politische oder originelle Botschaft vermitteln. Sie dürfen höchstens zwei Jahre alt sein und sollten sich bereits erfolgreich im Netz verbreitet haben – oder auf dem besten Weg zur Verbreitung sein.
Hier könnt ihr Eure Filme – und auch die von anderen Leuten – vorschlagen. Einsendeschluss ist der 19. September.
Anstatt ihr Online-Angebote und Apps ordentlich mit den GEZ-Gebühren auszubauen und den Leser/innen etwas zurückzugeben, werden ARD und ZDF ihre Onlineangebote kaputtstreichen: fast kein Text mehr, nur noch Audios und Videos. ARD und ZDF schwächen damit ihre journalistische Relevanz - und das ohne Not. Mehr dazu bei Stefan Niggemeier.
Peter Piksa hat sich über die Zukunft des Netzaktivismus Gedanken gemacht und findet die Synthese zwischen Thomas Stadler und Falk Lüke: professionalisieren ist genauso wichtig wie die Spontanität des Schwarms. Genau so ist es!
Den Gipfel des Zynismus bestiegen heute 43 Wirtschaftsverbände und Lobbyorganisationen: Sie nannten die Proteste gegen ACTA eine "koordinierte Attacke auf demokratische Institutionen". Denn wir wissen ja, die Lobbyisten selbst sind ja von allen überall und überhaupt am allermeisten demokratisch legitimiert. Was für Dreckspatzen!
Das Grundrechtekomitee hat jüngst einen Report zum Umgang mit dem Versammlungsrecht im Freistaat Sachsen vorgestellt. Einer der Autoren, Wolf-Dieter Narr kommt zum Schluss: "Eine der vornehmsten demokratischen Praktiken besteht im demonstrativen Handeln. Wer dieses gefährdet - wie es die sächsische Regierung und "ihre" Polizei getan haben - gefährdet eine der ausschlaggebenden Grundlagen der Verfassung.". Den gesamten Report gibt es hier als PDF.
Der CCC hat ein wissenschaftliches Gutachten der kriminologischen Abteilung des Max-Planck-Instituts (MPI) für ausländisches und internationales Strafrecht zugespielt bekommen, das sich detailliert mit der Frage der angeblichen "Schutzlücke" durch den Wegfall der Vorratsdatenspeicherung nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März 2010 beschäftigt. Es kommt zum Schluss, dass die VDS nicht nötig ist.
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