Ein schönes Beispiel für Solidarität und Nutzung moderner Kommunikation. In Berlin-Wilmersdorf wird ein Supermarkt von Arbeitern und Kunden gemeinsam bestreikt. Gleichzeitig wird live gebloggt auf: www.dichtmachen.org
Tag Archiv für 'Prekär und so'
Ob hinten an der Aldi-Kreuzung, vorne auf dem Boxhagener Platz oder drüben auf der Warschauer Brücke. Überall Polizei-Legionäre in Lauerstellung. 5000 diesmal, obwohl es nun wirklich gar nicht nach Krawall aussieht. Aber irgendwo müssen die Steuergelder ja hin. Anders kann ich mir nicht erklären, dass die Cops schon Mittwoch nachmittag stundenlang mit Helikoptern über Friedrichshain rumfliegen.
Ist ja auch egal, ich bin zum Steine werfen einfach zu alt. Ich geh lieber tanzen. Und demonstrieren. Auf dem Euromayday. In Berlin, 14 Uhr, Boxhagener Platz. Und die Hedonisten sind wohl auch dabei.
Ah, da ist der Hubschrauber wieder.
Stellen wir uns einmal vor, das verdi ein bisschen radikaler denken würde. Dann wäre folgendes Konzept für einen Streik im Nahverkehr genau richtig:
Alle Busse und Bahnen fahren. Es wird aufgerufen, dass die Fahrgäste während des Streiks nicht für den Transport zahlen müssen. Etwaige Kontrolleure werden als Streikbrecher angesehen und des Busses verwiesen. Vorteil: der Streik trifft den Arbeitgeber und nicht die Fahrgäste. Und so kann dann richtig Druck aufgebaut werden, der Streik verpufft nicht wie beim letzten Mal.
Ist diese Form des Streiks erlaubt oder ist das gegen das Streikrecht?
Gerade bei der Hedonistischen Internationale gefunden: Die Aktion “We like strike”. Die Leute wollen mit Essen, Trinken und Musik zu den Streikposten bei der BVG gehen und dort ein Ringelpietz mit Schulterklopfen veranstalten. Finde ich eine super Aktion, ich werde hier die Termine und Orte posten, wenn ich näheres weiß. Oder eben wie im Aufruf beschrieben dezentral mit meiner Kiste Bier losziehen.
Update: Ich gehe Freitag abend um 21 Uhr zum Betriebshof Lichtenberg in der Siegfriedstraße. (Da ist das!)
Anbei der Flyer zur Aktion:


Entgegen jeder Prognose zeigen sich die deutschen Arbeitnehmer lernfähig. Es wird gestreikt und zwar ordentlich. Gerade haben die Helden des Berliner Nahverkehrs (BVG) einen unbefristeten Streik ausgerufen. Mindestens 9 Tage soll in Berlin gar nichts mehr gehen, wenn die Arbeitgeber nicht ein neues Angebot vorlegen. Die Gewerkschaft will 12 Prozent mehr. Angemessen, wie ich finde, auch wenn ich jetzt im Nieselpieselwetter Fahrrad fahren muss. Schade nur, dass die Gewerkschaft verdi immer noch nicht geschnallt hat, dass gute PR von Nöten ist und dass die Akzeptanz noch mehr steigt, wenn man die Fahrgäste besser informiert: Sonder-Webseiten, Streikposten mit Infomaterial an den U-Bahnhöfen oder eine große Streikparty auf den Betriebshöfen. Es gibt viele Ansätze wie die Kommunikation der Gewerkschaften verbessert werden könnte. Und manche Ideen, wie streik.tv, sehen ja schon ganz gut aus. Also dann: Gut Streik, oder wie auch immer Ihr das nennt. Ich komme mal mit einer Kiste Bier vorbei. Wo habt ihr denn Eure Streikposten?
Foto: Kate NightSky
BVG-Streik in Berlin. 12 Prozent mehr Lohn fordern – gute Sache. Spontan den Streik ausrufen – gute Sache! Mich zum Laufen zwingen – gute Sache! Aber bitte, ver.di und ihr anderen Gewerkschaften: Plant doch mal die Kommunikation. Bevor ihr anfangt zu streiken. Sonst können nämlich diejenigen, gegen die ihr euren Arbeitskampf macht, immer in die gleiche “auf den Schultern der Fahrgäste”-Kerbe schlagen. Und das bringt´s ja dann für euch auch nicht so.
Kapitalismus 3.0 hat nicht nur das hässliche Gesicht von Hedge- und Private Equity Fonds. Nein, es geht auch kleiner. Auf dem Weg zum Frisör, bin ich gestern an einer schäbigen Kneipe vorbeigekommen. Eine von den Kneipen, wo man Shisha rauchen kann und deren Publikum aus diesen Menschen mit sonderbaren Ballonhosen, Schirmmützen und vorzugsweise weißen Jacken oder solariumgebräunten Frauen mit schwarzgefärbten Haaren besteht. Diese Kneipe, nennen wir sie einmal Chill Out Lounge, hatte in den großen Fenstern einen grünen Zettel. Dort stand: “Aushilfskräfte und Praktikanten gesucht”. Ich frage mich bei sowas, ob es wirklich Leute gibt, die sich dort als Praktikant bewerben.
Es geht aber noch anders. In der Kastanienallee gibt es eine Kneipe, die hat auch einen Weg gefunden um von der Arbeitskraft anderer kostenlos zu profitieren. Dort sucht man seit 3 Jahren nach “Arbeitskräften für den Service”. Und jedes Wochenende dürfen sich neue Servicekräfte kostenlos einarbeiten – um dann den Job nicht zu bekommen. Schon krass, was alles möglich ist.


Das sagt ihr