Tag Archiv für 'Satire'

Metrolaut Special: Exklusiv-Interview mit Christian Wulff

Nach dem ARD/ZDF-Interview wurde Metrolaut von Bundespräsident noch ein exklusives Interview gewährt, das weiteren Sprengstoff für die Affäre birgt. Wulff spricht ganz offen über seine Beziehung zu Kai Diekmann und Urlaube der besonderen Art.

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Bundespräsident Wulff stellt neue Produktreihe vor

Pünktlich zu seinem Interview auf ARD und ZDF hat Bundespräsident Wulff einen neuen Superkleber vorgestellt. “Der Wulff Ignorance Extreme Glue hat ähnliche Eigenschaften wie ich” verriet der Präsident exklusiv den Redakteuren von Metronaut. Wulff verspricht sich dabei einen Imagetransfer: “Mit der Würde des Amtes kleben und allen Widrigkeiten widerstehen” sei das Patentrezept von Wulff Ignorance Extreme Glue. Das Produkt soll noch in den nächsten Tagen im gut sortierten Fachhandel erhältlich sein.

(Danke für die Inspiration von @carnationberlin)

Auch das noch: NPD stellt nationaldigitale Denkfabrik vor

Die NPD liegt voll im Trend und hat das Thema Netzpolitik für sich entdeckt. Der bislang kaum in Erscheinung getretene “Arbeitskreis Weltnetz” der rechtsextremen Partei hat heute eine eigene digitale Denkfabrik mit dem Namen “Weltnetz 88″ gegründet. “Wir wollen der Volksgemeinschaft ihr Weltnetz zurückgeben, Rückhalt bieten in dieser epochalen Umbruchsphase und das deutsche Volk im Weltnetz stärken” so eines der Gründungsmitglieder. Man habe diese nationaldigitale Offensive gestartet, um zu zeigen, dass die NPD auch in diesem Themenfeld wichtige Impulse geben kann. Das Weltnetz sei nun in der Wirklichkeit des Volkes angekommen, zigtausende Kameraden nutzten schon heute die neuen Möglichkeiten – hierbei wolle man Boden gewinnen und das Netz im Sturm erobern, so das Gründungsmitglied weiter.

Zu den Programmpunkten von W88 zählen der Kampf gegen die Überfremdung des Weltnetzes, der völkische Datenschutz, die digitale Todesstrafe für Kinderschänder, ein öffentlich zugängliches Zentralregister für Ausländer, die Schaffung digitaler Gedenkstätten, die Ausgliederung von Ausländern aus sozialen Netzwerken und das Verbot von Internetkriminalität.

In der Pressemitteilung des neuen Vereins heißt es:

W88 hat sich zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung und den Erfolg des Weltnetzes aktiv, kämpferisch und national mitzugestalten. W88 versteht sich als nationaldigitale Denkfabrik, die über das reine Nachdenken hinaus mit Vehemenz politische Veränderungen erreichen will. Die inhaltliche Ausrichtung von W88 orientiert sich an den Grundwerten Arbeit, Volk, Familie, die es vor dem Hintergrund der Digitalisierung neu zu erwecken gilt.

Zum Erreichen dieser Ziele soll eine Vielzahl von Formaten entwickelt werden, die sowohl Reallebensaktivitäten wie Auf- und Gedenkmärsche, E-Buchprojekte, Informationsveranstaltungen wie auch das Betreiben von digitalnationalen Netztagebüchern, Weltnetzseiten und anderen Mobilisierungswerkzeugen umfassen. Hierbei soll für die nationale Sache eine vollkommen neue Basis geschaffen werden.

Leak: Neuauflage der Imagekampagne “Das ist Thüringen”

Gerade wurde berichtet, dass das Land Thüringen die Kampagne “Das ist Thüringen” zurückziehen wolle, da diese momentan kontraproduktiv wirke – und schon wurden uns aus Kreisen der thüringischen Landesregierung brandneue Motive zugespielt, die als “aktualisierte Kampagne” ab nächstem Monat publiziert werden sollen:

Weitere Motive:

(Idee via ilf)

Bundesregierung startet Aufklärungskampagne wegen Staatstrojaner

Die Bundesregierung hat am Morgen eine Aufklärungskampagne wegen des Staatstrojaners angekündigt: “Wir wollen zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin dem Rechtsstaat vertrauen können” so Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Motive sollen ab nächster Woche an mehr als 100.000 Aufstellungsplätzen als Großflächenplakate bundesweit zu sehen sein.

JvM dementiert Auto-Zündel-Kampagne für CDU in Berlin


Die Werbeagentur Jung von Matt (JvM) hat dementiert, dass es sich bei den Autozündeleien um eine virale Guerilla-Kampagne für den Wahlkampf der CDU handelt. Diese Vorwürfe waren nach einem Spiegel-Bericht laut geworden. Nach einem Bericht des Spiegel vermiese die nächtliche Abfackelei mittlerweile den Wahlkampf von Wowereit. Die CDU plant unterdessen schon Plakate mit brenndenden Autos (siehe Bild oben). Ein Informant, der nicht namentlich genannt werden möchte, wandte sich an Metronaut und packte aus: “Das ist eine Guerilla-Kampagne, die von Jung von Matt zusammen mit der Berliner CDU gestartet wurde – und jetzt viral aus dem Ruder läuft.”

Jung von Matt war bereits gestern wegen einer Guerrilla-Kampagne für Mercedes Benz vom PR-Rat gemahnt worden:

“In einer mehrwöchigen PR-Aktion hatte [...] Jung von Matt gezielt Markenbotschaften zu dem Agenturkunden Mercedes Benz platziert und zur Markenbildung des Unternehmens beigetragen. Dabei waren weder die verantwortliche Agentur noch das Unternehmen selbst als Absender und finanzieller Unterstützer der Aktion ersichtlich. Damit wurden nationale wie internationale PR-Richtlinien nicht eingehalten.”

Um genau diese Markenbildung soll es sich auch bei der Berliner Autofeuer-Kampagne handeln. Unser Informant weiter: “Die CDU will jetzt ihr Profil als Partei der Sicherheit schärfen. Jung von Matt hatte nicht nur die Kreation und Umsetzung der Zündelei an sich, sondern auch die Aussagen des CDU-Spitzenkandidaten Frank Henkel auf Facebook minutiös vorformuliert und vorbereitet.”

Das suggeriert auch der Artikel im Spiegel. Dort heißt es:

Eine neue Plakatserie zu Innerer Sicherheit sei ohnehin geplant gewesen, ist aus der Berliner CDU zu hören. Nun will man auf 600 Großflächen und zusätzlichen Sondertafeln konkret die Versäumnisse des Senats beim Thema Autobrandanschläge darstellen, möglicherweise schon in der kommenden Woche. “Da werden auch brennende Autos zu sehen sein”, heißt es aus der CDU-Landesgeschäftsstelle. Spitzenkandidat Henkel sagt: “Wir dürfen es nicht zulassen, dass Hemmschwellen immer weiter sinken. London ist eine Mahnung.”

Eine der angesprochenen 600 Großflächen-Plakate ist Metronaut jetzt exklusiv zugespielt worden. Und selbst Angela Merkel scheint in das fragwürdige Guerilla-Marketing der Berliner CDU involviert zu sein.

Auf Anfrage von Metronaut reagierte der Chef von JvM, Jean-Remy von Matt, gereizt: “Wir sind zwar Feuer und Flamme für Berlin, und diese Art der Werbung ist zwar innovativ und mutig, aber auch sehr gewagt. Dennoch: Wir haben nichts mit den Brandanschlägen in Berlin und dieser Kampagne der CDU zu tun. ”

Die Frage, die sich in Berlin jetzt alle stellen: Sollte es JvM nicht gewesen sein, wer unterstützt dann die Berliner CDU auf ihren nächtlichen Streifzügen?

Neuer Film: The Berlin Civil Rights Massacre 2


Diese Hardliner scheinen ja ganz dicke ins Filmgeschäft einsteigen zu wollen. Nachdem gestern “Digitalophobia” angekündigt wurde, folgt nun schon eine neue Produktion aus dem Hause CDU Productions.

Neuer Film von Hans-Peter Uhl und Siegfried Kauder

DPolG stellt neue CyberCops-Kampagne vor

In ihrer neuen Kampagne, die heute in Berlin vorgestellt wird, fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) bessere Instrumente für den Kampf gegen Internetattacken.

“Dass die Polizei angegriffen wird, passiert in der wirklichen Welt jeden Tag, aber dagegen haben wir angemessene Waffen. In der realen Welt wissen wir uns zu wehren, in der virtuellen Welt aber nicht”, sagte der DPolG-Vorsitzender Rainer Wendt. Man brauche “Cyber Cops”, die im Internet auf Streife gingen und Server, von denen aus die Angriffe geführt würden, zerstören oder zumindest zeitweise blockieren könnten.

Wie die neuen Cyber Cops agieren, sollen vier Plakatmotive veranschaulichen, die Metronaut schon vorab zugespielt wurden:

“Wenn du in der Redaktion bist, ist alles um dich herum dein Feind”

28. April 2011 2.50 Uhr, MZ – hier auch noch im Google Cache.

Wenn er in den Spiegel blickt, sieht Michael S. seine Vergangenheit: Die lange, rote Blase, die sich schräg unter dem linken Zeigefinger über seine Haut zieht. Dort, wo ihn der Kugelschreiber drückte. Die vielen verdrängten Schnitzer und journalistischen Platzwunden sieht man zumindest nicht auf den ersten Blick.

Michael S. war ein BZ-Redakteur. Ein Rechtsradikaler. Ein Dreckwerfer. Michael S. schrieb in Springers Blatt. Drei Jahre lang mischte der Sohn einer Arztfamilie bei journalistischen Ausschreitungen mit, bei Verbal-Vandalismus, bei Kungeleien mit der Polizei, geistiger Brandstiftung, populistischen Barrikadenkämpfen und inszenierten Straßenschlachten.

“Getrieben von Hass”

Was die Berliner Polizei nach jedem 1. Mai “Gewaltexzesse” nennt, war für Michael S. ein abgekartetes Spiel.”Ich war getrieben von purem Hass auf Andersdenkende”, sagt der 28-jährige Springer-Aussteiger – und man fragt sich, was daran erschreckender ist: Dass ein junger Mann Hass auf etwas verspüren kann, mit dem er die meiste Zeit seines Lebens wohl höchstens im Rahmen der Schulpflicht Kontakt hatte. Oder, dass es lange nach den großen Gesellschaftsdebatten, in einer Zeit fast ohne Ideologien, immer noch Weltsichten gibt, wegen denen Menschen andere Menschen in aller Öffentlichkeit fertigmachen wollen. Denn darum geht es dem sogenannten Boulevard.

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