Tag Archiv für 'Twitter'

5 Jahre Twitter (und der Münte)

Gerade kam ein Bericht im Morgenmagazin über 5 Jahre Twitter. Mit dabei auch der gute alte @muentefering Medienhack. Wer das nochmal komplett nachlesen will, hier gibt es eine kleine Chronik.

Interview zu Atomforum vs. Netz: “Gegen Satire vorgehen ist immer Quatsch”

Was sagt eigentlich ein PR-Fuzzi zum Verhalten des Atomforums gegen die Twitter-Satire @atomforum_ev? Wir haben mal einen gefragt, den wir selbst gut kennen und der gleichzeitig die PR-Branche und solche Kunden kennt. Lou Canova ist nicht nur ein Metronaut der ersten Stunde, sondern seit Jahren in Sachen Public Relations tätig. Mittlerweile arbeitet er als PR-Stratege in leitender Position für eine große Werbeagentur in Berlin.

Du arbeitest seit Jahren in der PR-Branche. Wie schätzt Du den Fall Atomforum vs. Social Media ein?
Grundsätzlich hat das Atomforum in Netz natürlich einen schweren Stand. Die Mobilisierung über Social Media verläuft ja großteils gegen Kernkraft (während das Lobbying beim Essen im Borcherts eher Pro-Kernkraft ausfällt). Nicht ohne Grund verhalten sich Energieunternehmen eher unauffällig in der PR – sowohl in der Pressearbeit als auch in der direkten Öffentlichkeitsarbeit. Weder RWE noch das Atomforum können hier wirklich punkten. Das jetzt gegen die Satire vorgegangen wurde, ist natürlich totaler Quatsch. Denn bekanntermaßen werden so solche Aktionen eher noch gehighlighted und durch die Reaktion quasi geadelt.

Wie hätte das Atomforum mit der Satire umgehen sollen?
Einfach aushalten. Aussitzen. Kopf einziehen. Statt Streisand-Effekt, einfach Helmut-Kohl-Style. Der Handlungsspielraum ist ja sehr begrenzt.

Ist der Aufruf zu massenhaften Satire-Accounts der Worst Case in Sachen Social Media Relations?
Worst Case ist Fukushima. Aber ein PR-Berater würde sagen, dass das jetzt “suboptimal” gelaufen ist. Aber das Themenfeld ist eh schon schwer verseucht und da macht das jetzt auch nichts mehr. Ich glaube nicht, dass die wenig humorvolle Reaktion des Atomforums die Öffentlichkeit wirklich überrascht hat. Insofern kann man nicht mal sagen, dass ein Imageschaden entstanden ist. Normalerweise ist es ja so, dass ein Thema aus dem Web auf die klassische Medienagenda springt, so dann entsprechend weit verbreitet wird und dadurch auch jenseits des Netzes bei Opa Schulze in der Tageszeitung aufpoppt. Das ist im Verhältnis schlimmer. Jetzt ist es ja fast anderes herum: Die breite Medienberichterstattung spiegelt sich im Netz und da dann auch in Satire wider. Der Schaden ist aber schon davor entstanden. Es gibt nichts, was den Super-GAU in Japan noch toppen kann. Es sei denn, das Atomforum hat Knut vergiftet..

Wie würdest Du als PR-Berater jetzt vorgehen?
In den Urlaub fahren.

Atomlobby zensiert Satire

Jetzt hat die dreckige Atomlobby, die unter dem Namen “Deutsches Atomforum” auftritt, doch noch den Satire-Account @atomforum_ev zensiert. Soviel zu den beschwichtigenden Aussagen, dass man ja nichts gegen Satire habe und so. Aber wer hätte von der Atomlobby auch anderes erwartet als Lügen und Zensur?

Die spannende Frage an der Sache ist außerdem: wer entscheidet eigentlich wie bei Twitter, ob ein Account erkennbare Satire ist ( was bei @atomforum_ev ja überdeutlich war) und was eben nicht? Und wem geben wir eigentlich die Entscheidung in die Hand, wenn sich die Atomlobby unliebsamen Satireaccounts so schnell entledigen kann? (via)

Als Höhepunkt der ganzen Twitter-Atomforum-Story hatte sich das Atomforum sogar vom Satire-Account distanziert. Sowas gilt als Ritterschlag bei Kommunikationsguerilleros…

Metrolaut 2: Nachweihnachtlicher Rundumschlag

John F. Nebel und Kalle Kornblum diesmal mit einem veritablen Rundumschlag über Bundeswehreinsätze im Innern, das ungarische Mediengesetz, Sarrazins Lügen, Polizisten im Greenpeaceschlauchboot, das Datenherausgabeverfahren gegen Twitter und alles andere, was die Zeit zwischen Weihnachten und jetzt versüßt hat. Prominenter Studiogast dieses Mal: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere.

Wer den Player nicht sieht: hier ist der Download, hier der Feed und da das iTunes-Dingens.

Zensiert Twitter Wikileaks-Hashtags aus den Trending Topics?

Seit Samstag gibt es Vorwürfe gegen Twitter, dass das Unternehmen die Hashtags #wikileaks und #imwikileaks aus den Trending Topics filtere. Kann natürlich sein, dass da zufällig irgendein Algorithmus greift. Ich selbst habe in der Nacht von Samstag auf Sonntag mal die Trending Topics abgeklopft und per twazzup die Tweets per Hour gemessen. Es war in der Tat so, dass die beiden Wikileaks-Hashtags deutlich mehr hatten als viele die als Trending Topics angezeigt wurden. Das Thema ist jetzt auch hier angekommen. Update: Weitere Beobachtungen zum Thema.

Wesentliches Wesenselement Wulff

Schon wenige Sekunden nach dem dritten Wahlgang ist klar: Ach Du Scheisse, dieser Christian Wulff ist ja ein schlimmerer Langweiler als vermutet, eine rhetorische Schlaftablette vor dem Herrn und ein Garant dafür, dass noch weniger Menschen als bisher irgendwelche Weihnachts- oder Naujahrsansprachen hören werden.

“Eines der wesentlichen Wesenselemente von Demokratie ist, dass man auswählen kann, dass man gewinnen kann und dass man verlieren kann” brachte Wulff Minuten nach seiner Wahl auch gleich den ersten Allgemeinplatz als Bundespräsident. “Politsprechplastikmüll” sei das, twittert Reinhard Bütikofer. Und hat irgendwie Recht damit.

Schloss Bellevue wird jetzt also zur Wulffschanze. Und die wird (weiterhin) ein Hort der Langeweile, bewohnt von einem Parteisoldaten, der nach Sparkassendirektor aussieht. Ein Mensch, der seine Frau mit Tattoo vorschickt, damit ein Hauch von Kantigkeit zum Vorschein kommt. Dazu ein Katholik, der sich bei Evangelikalen engagiert. Gott schütze unser Land – Rette sich, wer kann.

Überschattet war die 9-stündige Geiselnahme der Bundesversammlung von reger Aktivität auf Twitter, bei der es der Titanic gelingt eine falsche Wahlfrau Martina Gedeck zu platzieren.

Auch sehr beliebt bei einer Rate von 4000 Tweets per Hour: Schuldzuweisungen an die Linkspartei. Die soll jetzt Wulff gewählt haben, schuld an allem sein, wird als SED beschimpft, unwählbar genannt und überhaupt in die undemokratische Ecke gestellt. Wer sich die Mehrheitsverhältnisse vor Augen führt, merkt, dass auch die Linkspartei mit ihren Stimmen im dritten Wahlgang nichts ausrichten hätte können. Natürlich wäre es wunderschön gewesen, wenn Merkel über Gauck gestolpert wäre, weil “Abweichler” und die Linkspartei für ihn gestimmt hätten. Doch das ist alles hypothetisch – und deswegen die 140 Zeichen nicht wert.

Der “Bürgerkandidat” Joachim Gauck war eben ein taktisches Meisterstück von Grünen und SPD. Er konnte CDU und FDP ein paar Stimmen in der Bundesversammlung abjagen und so die absolute Mehrheit von Wulff in den ersten beiden Wahlgängen verhindern. Neben diesem Schlag gegen Schwarz-Gelb, konnte Rot-Grün mit Gauck der Linkspartei gleich doppelt einen reinwürgen:

Einerseits kann jetzt die gute alte Stasi-SED-Karte weiter gespielt werden und außerdem war schon von Anfang an klar, dass “Die Linke” einen derart neoliberalen und zudem den Afghanistankrieg befürwortenden Kandidaten niemals wählen hätte können. So kam die perfekte Choreografie zustande: die Kanzlerin weiter beschädigt, die Linkspartei als ewiggestrige Spielverderber dargestellt. Chapeau für diesen Schachzug.

Am Ende bleiben von der Politik enttäuschte Menschen, die sich in einer Sache engagiert haben, die sie qua Verfassung nicht beinflussen können. Deswegen: hier klicken!

Zu banal: Kanadischer Abgeordneter will Abgeordneten Twitter verbieten

Der kanadische Abgeordnete Charlie Angus will Parlamentariern jetzt das Twittern verbieten. Begründung: “it really exposes the absolute banality of this place”. Zuvor hatten sich kanadische Abgeordnete während einer Sitzung (hier die offizielle Mitschrift) über Twitter beleidigt. Für Mr. Angus ist deswegen sonnenklar: ist der Content scheisse, muss das Medium verboten werden. (via)

Wir waren Franz Müntefering

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Mehr als ein Jahr hat Franz Müntefering getwittert. 236 Tweets hat er abgesetzt und 5.337 Follower gesammelt. Es ging los als Kurt Beck vom SPD-Vorsitz zurücktrat und Müntefering das Ruder in der SPD übernahm. Mit dem jetzt angekündigten Rückzug von Franz Müntefering endet auch die Geschichte seines Twitter-Accounts, den wir Metronauten einfach mal gekapert hatten. Wir haben SPD-Ortsvereine an der Nase herumgeführt, Medienforschungsinstituten die Studien versaut, Robert Basic reingelegt und zahlreichen Medien falsche Zitate in den Block diktiert. Doch nun einmal alles von Anfang an – die Chronik unseres ganz persönlichen Onlinewahlkampfes:

8. September 2008: Kurt Beck tritt zurück, Münte wird SPD-Chef. Metronaut-Autor Lou Canova reserviert den Twitter-Account von Franz Müntefering, schreibt den Leitspruch “Fortschritt braucht den Schritt nach vorn, nicht zurück” und twittert das erste Mal: “Ging gestern hoch her. Beck ist weg – reimt sich sogar.”. Der zweite Tweet war unseres Erachtens die Garantie für eine schnelle Entarnung als Fake (“Frage mich, wann ich mein neues, altes Büro einziehen kann. Möbel sind im Keller in der Stresemannstr”) – aber nix da.

11. September 2008: Hier wollten wir eigentlich wieder aufhören. Experiment war gelungen und wir glaubten nicht daran, die Puste zu haben, bis zur Bundestagswahl durchzuhalten. Aber unser Abschiedstweet wurde von den Followern mit einem “Weitermachen!” quittiert. Und da haben wir uns gedacht: Was soll’s – weitermachen.

13. September 2008: Canova steckt einem Journalisten der Berliner Zeitung die Story. Der enttarnt den falschen Münte in einem Artikel mit dem Titel“Aus dem Herzen der SPD” – jetzt weiß auch die SPD-Zentrale Bescheid. Die Pressestelle im Willy-Brandt-Haus dementiert auch auf Rückfrage der Berliner Zeitung nicht eindeutig. Tenor: Kann sein, dass der Münte das einfach selbst macht – es ist jedenfalls keine gesteuerte Aktion.

15. September 2008: Spiegel Online berichtet über den falschen Müntefering in einem Video.

24. Oktober 2008: Münte twittert über schönen Abend mit Freunden – und macht erst einmal Pause für knapp 4 Monate

11. Februar 2009: Der auf Eis gelegte Münte wird wieder aktiv. Nielsen Media veröffentlicht eine Studie zu Twitter & Politik. Der falsche Müntefering wird munter in die Studie eingebaut. Die Nachrichtenagentur AP verbreitet die Studie, 62 Medien unter anderem die WAZ übernehmen die verunglückte Studie. Später revidiert Nielsen die Studie. Bei der Analyse von Internet-Inhalten seien “bestimmte Unsicherheiten” nicht auszuschließen.
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11. Februar 2009: Netzpolitik.org bringt ein satirisches Interview mit dem falschen Müntefering.

19. Februar 2009: Der Wirtschaftsjournalist Horst Biallo bloggt “Müntefering droht HRE per Twitter”

13. April 2009: Focus.de berichtet über die “gut gemachte Fälschung”. Computerbild.de warnt unter dem Motto “Vorsicht: diese Gefahren lauern bei Twitter” vor dem falschen SPD-Vorsitzenden

24. April 2009: Meedia berichtet über @muentefering und andere Fake-Accounts

5. Mai 2009: Twittermünte versucht Twitterer gegen sich aufzubringen. Während die Online-Petition gegen die Zensurinfrastruktur auf vollen Touren läuft twittert Münte: “Nichts gegen Mitbestimmung. Aber diese #Online-Petitionen sind nur sehr bedingt praxistauglich.” Es hagelt Kritik, auch von vielen SPD-Mitgliedern.

20. Mai 2009: Münte knackt die 3000-Follower-Marke und wird bei Wahlportalen integriert

8. Juni 2009: Spiegel.de schreibt über Promi-Gütesiegel bei Twitter – und führt den Fake als Beispiel an

24. Juni 2009: Die Zensursula-Debatte tobt. Der Müntefering greift via Twitter Jörg Tauss an:
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Tauss fällt auf den Fake rein und antwortet – er löscht seine Replik später.

7. Juli 2009: Bei einer Veranstaltung mit dem Titel “Müntetalk” stellt sich der falsche Müntefering den Fragen des Publikums. Hinter dem echten Müntefering läuft eine Twitterwall mit den Antworten aus dem Fake-Account.

29. Juli 2009: “Das twittern die Stars” schreibt der Münchner Merkur und fällt auf den falschen Müntefering rein

30. Juli 2009: AFP verschickt eine Meldung über den falschen Franz. Hintergrund ist der Dienstwagen-Tweet zur Dienstwagenaffäre von Ulla Schmidt.
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Die SPD-Zentrale sagt: Zwar habe es schon mehrfach Anfragen zu vermeintlichen Twitter-Botschaften des SPD-Chefs gegeben. Doch “der Parteivorsitzende twittert nicht.”

3. August 2009: Das Werbefachmedium Horizont schreibt “Twitter-Fakes schädigen Marken” – und nennt @muentefering

1. September 2009: Robert Basic will ein Twitter-Interview mit Müntefering machen. Er fällt auf den Fake rein, merkt dann aber, dass etwas falsch läuft.

27. September 2009: Müntefering ruft noch einmal zur Wahl der SPD auf – doch das Ergebnis bei der Bundestagswahl ist desaströs.

28. September 2009: Der falsche Münte deutet vorsichtig seinen Rückzug an. Im Eifer des Gefechts ist das Welt Online einen Re-Tweet wert:
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29. September 2009: Die Ereignisse bei der SPD überschlagen sich. Lou Canova ist verhindert, jetzt muss John F. Nebel wieder ran. Noch bevor der echte Münte seinen Rückzug andeutet, verkündet sein Alter Ego den Rücktritt: “Erneuerung heißt konsequent sein. Ich trage politische Verantwortung für das Ergebnis vom Sonntag und mache den Weg nun für andere frei.” N-TV.de und die Berliner Morgenpost übernehmen den Rücktritt via Twitter ungeprüft. Die Artikel sind mittlerweile von den Redaktionen gelöscht worden, irgendjemand hat die Screenshots aber ins Netz gestellt.
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Noch am selben Tag berichten Netzpolitik und das Bildblog noch einmal über den Fake-Account.

2. Oktober 2009: Der Journalist, der den falschen Müntefering enttarnte, beendet das Kapitel mit einem Artikel.

Die Moral von der Geschichte:
Zuallererst möchten wir an dieser Stelle der SPD für ihren Humor und die Nachsicht mit uns danken. Ohne die Gelassenheit im Willy-Brandt-Haus hätten wir diese Sache nie durchziehen können. Es hat verdammt Spaß gemacht, sich in einen Politiker reinzudenken, seine Gedanken zu antizipieren, alles als echt erscheinen zu lassen und für soviel Verwirrung zu sorgen. Dass mehr als ein Jahr nach der Enttarnung immer noch Berliner Morgenpost, N-TV und Welt Online auf diesen Fake hereingefallen sind, wirft kein gutes Licht auf diese Medien. Für Recherche ist heutzutage einfach zu wenig Geld da, im Kampf um Aktualität und eine gute Schlagzeile wird die journalistische Sorgfaltspflicht sträflich vernachlässigt. Es wäre seit dem 13. September 2008 ein einfaches Googeln nötig gewesen um sich sicher zu sein, dass Müntefering nicht twittert. Dafür musste man nicht einmal in der SPD-Zentrale anrufen.

Wir möchten uns bei den Ortverbänden und SPD-Anhängern entschuldigen, dass wir sie aufs Glatteis geführt haben. Die aufmunterten Tweets und privaten Nachrichten “Du warst echt gut gestern” und “Freue mich auf Treffen gleich mit @muentefering” haben uns allerdings sehr viel Freude bereitet. Wir haben viel darüber gelernt wie man als Politiker Twitter nutzen kann: Twitter ist wie gemacht für Politiker und Rockstars, die Nähe zu ihrem Publikum aufbauen müssen, aber eine gewisse Distanz wahren wollen. Unser Müntefering hat den Leuten das Gefühl gegeben, ganz nah und greifbar zu sein – etwas, was der SPD anscheinend fehlt, aber gut bekommen würde.

Natürlich haben wir uns auch über Piraten gefreut, die hämische Kommentare gemacht haben und waren überrascht, wieviele politisch Aktive an der Basis Twitter für sich entdeckt haben: Ortsvereine, Jusos, CDUler, NGOs usw. Und dabei Müntefering für echt hielten. Oder vielmehr sich danach sehnten, dieser Müntefering wäre echt und würde twittern.

Aber mal ehrlich: Ein eher den modernen Techniken ferner 69-Jähriger soll twittern vom iPhone aus? Obwohl er bei seinem Besuch im Betahaus in Berlin laut Süddeutscher Zeitung kaum nachvollziehen konnte, wie mit Webdesign Geld zu verdienen ist? Unwahrscheinlich. Aber Follower und Medien wollten es so gerne glauben. Am Ende haben wir es ja auch fast selbst geglaubt.

Nun denn. Der falsche Müntefering wird nicht weitertwittern – aber es gibt noch viele Möglichkeiten mit anderen medialen Blendgranaten für Verwirrung zu sorgen. Kommunikationsguerilla ist einfach eine schöne Sache: gelebter digitaler Dadaismus.

Foto: CC-BY baranek

Deutsche Unternehmen twittern anders als Metronaut

Deutsche Unternehmen haben im Schnitt 200 Follower mehr als Metronaut, machen zu 80% unpersönlichen (und vermutlich uninteressanten) Kram, haben den Hashtag mittlerweile gefunden und fürchten sich tendenziell vor dem Medium Twitter. Das sagt eine Studie, die sich mit den Twitter-Accounts 53 deutscher Unternehmen auseinandergesetzt hat.

Gutachten zur Vorratsdatenspeicherung: lückenlose räumliche Überwachung

Die Vorratsdatenspeicherung macht eine lückenlose räumliche Überwachung möglich, bestätigt der Mannheimer Informatikprofessor Felix Freiling in einem Gutachten (PDF). Besonders das mobile Internet und Applikationen wie Twitter verstärken die Datenschmierspur, die wir täglich freiwillig hinterlassen. Da hilft nur ein: Vorratsdatenspeicherung abschaffen.
(via heise)