Eine Meldung – und die wahre Geschichte

100 Randalierer attackieren Polizei im Viktoriapark (Die Welt) – Nächtliche Randale im Viktoriapark (Tagesspiegel)Chaotenrandale im Viktoriapark (Berliner Kurier)Randale im Viktoriapark (taz) – das sind die Überschriften, die sich die Berliner Presse von der Polizei in den Block bzw. direkt ins Redaktionssystem diktieren lassen hat.

Die Personengruppe hatte sich gegen 1.20 Uhr im Viktoriapark versammelt. Zeugen hatten daraufhin die Polizei alarmiert, weil sich die Gruppe sehr aggressiv verhielt und auch mit Flaschen geworfen wurde. (Die Welt)

Alles Bullshit, ich war als “total normaler Parkbesucher” (Kurier) da – und habe die Situation recht genau gesehen. Die Personengruppe (schönes Polizeideutsch!) hatte sich nämlich gar nicht erst um 1.20 Uhr im Viktoriapark versammelt, sondern schon viel früher gegen 21 Uhr – um nach dem Karneval der Kulturen friedlich zu Reggae und Dancehall-Musik zu tanzen. Etwa um 0.30 Uhr kam die Polizei ein erstes Mal und löschte ein Feuer im Park und zog sich wieder zurück. Außer den üblichen Unmutsäußerungen passierte rein gar nichts. Die nette Sommernachtsparty ging weiter. Als die Polizei mit mehreren dieser großen Wannen (die mit den Scheinwerferleisten) und einer Hundertschaft gegen 1.20 Uhr auftauchte, beendeten die Leute selbst die Party, weil klar wurde, dass es wohl keine Verhandlungen geben würde. Die Polizei versuchte nicht einmal Verantwortliche auszumachen und diese zum Beenden der Party aufzufordern, sondern setzte von Anfang an auf brachiales Auftreten mit behelmten Polizisten und Scheinwerfern gegen die Partygäste.

Deeskalation sieht anders aus!

Mein Fazit: Die Polizei hätte, bevor sie die Kavallerie auffährt, viele Möglichkeiten gehabt diese Geschichte friedlich über die Bühne zu bringen. Klar gab es Betrunkene, die jetzt lauter wurden. Und eine Flasche wurde wohl auch geworfen. Doch von Steinen und Randale keine Spur – erst recht kann man nicht wie der Berliner Kurier von einer “Schlacht” reden. Nach 20 Minuten waren die Partybesucher abgedrängt und verstreut – und ein weiterer unsinniger, überdimensionierter Polizeieinsatz zu Ende.

Am Rande der Räumung sagte ein Polizist zu einer Freundin, dass die Polizei wegen Ruhestörung im Einsatz sei. Mit der Hundertschaft wegen Ruhestörung gegen eine Reggaeparty – wo bleibt hier die Verhältnismäßigkeit? Und warum ist die taz eigentlich so eine Scheiss-Zeitung, die jeden Mist ungeprüft ins Blatt nimmt?

Ein Kommentar

  1. zoe says:

    komisch, an dem Abend scheint es an einigesn Stellen Ruhestörungen gegeben zu haben. bei mir fing direkt vorm Fenster gegen 1 Uhr Nachts jemand an auf dem Moritzplatz Bongo zu trommeln…

    das war nicht wirklich schlimm, weil ich noch wach war… hätte mich aber schon gestört, hätte ich schlafen wollen

Hinterlasse einen Kommentar