Warum die Türken Deutschland besiegen müssen

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Als leidenschaftlicher Fußballfreund und Verächter aller nationalen Ideen, hat man es schon schwer in Zeiten von Welt- und Europameisterschaften. Da werden Leute, die man für ganz normal hielt, zu komischen Patriotenmonstern in schwarz-rot-goldenen Farben. Sogar Aufklebe-Fingernägel gibt es in Nationalfarben. Und wenn man dann nicht für Deutschland die Daumen drückt, wird man auch noch komisch angeschaut. Als sei ich, nur weil ich einen deutschen Pass trotz meines englischen Namens habe, verpflichtet für „mein“ Land zu sein. Ihr könnt mich mal!

Deswegen bin ich morgen für die Türkei. Weil ich deutsche Fahnen so gar nicht leiden kann. Ist Euch eigentlich mal aufgefallen, dass der einzige Rock, den der gemeine deutsche Mann trägt, eine umgebundene Deutschlandfahne ist. Der Nationalrock. Es sieht zum Kotzen aus. Und auch deswegen bin ich für die Türken morgen.

Jetzt mag man rufen: „Hey, wie kannst du morgen für die Türkei sein – die haben doch Armenier ermordet und Kurden plattgemacht. Außerdem sind die Türken üble größenwahnsinnige Nationalisten mit Hang zum Militarismus und einer halbislamistischen Regierung.“ Richtig, kann ich da nur antworten.

Und dennoch ist mir ein türkischer Autokorso durch Kreuzberg tausend mal lieber als „Deutschlaaand“-gröhlende Idioten die ihren „gesunden Patriotismus“ abfeiern. Zumal die türkischen MigrantInnen das mit dem Autokorso einfach besser draufhaben. Das mag alles nicht einleuchtend sein, aber rein gefühlsmäßig kann ich mich – trotz der ganzen Türkenfahnen-Kacke und dem Türkiye-Geschrei – irgendwie weitaus entspannter mitfreuen.

Von dem her: Ich tippe mal 89. und 92. Minute.

Foto: Dysturb@Flickr

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