Blattkritik: Dabiq, das Männer-Magazin des Islamischen Staats

Schon in dritter Ausgabe produziert das Al-Hayat Media Center des Islamischen Staates das Dschihadisten-Fanzine “Dabiq”. Dabiq ist nicht nur eine Stadt nahe des syrischen Aleppo, sondern in der islamischen Theologie der Ort, wo ein islamisches Heer der Besten das römische Heer schlagen wird.

Unter diesem Vorzeichen, und mit dem selbsterklärten Ziel alle Muslime unter einer Fahne zu vereinen, publiziert der Islamische Staat ein an westliche Anhänger gerichtetes Hochglanz-PDF-Magazin, das auf englisch und in der ersten Ausgabe auch in ziemlich schlechtem Deutsch im Netz herrunterladbar ist.

dabiq_spruch

Die Themen sind im Editorial der ersten Ausgabe schnell umrissen:

[..] Hat das Medien Center entschieden in sha Allah ein regelmäßiges Magazin herauszubringen, die sich auf Themen wie Tawhid, Manhaj, Hijrah, Jihad und Jama ́ah konzentrieren. Es wird Fotoberichte, aktuelle Veranstaltungen und informative Artikel über den Islamischen Staat beinhalten.

Die Optik des Magazins, das mit InDesign CS6 erstellt wird, liegt irgendwo zwischen Filmplakat, Computerspiel, Militärporno und recht ordentlich gemachter Schülerzeitung. Neben jubilierende Gotteskrieger, die das Heft wahlweise mit Fahne, Panzer oder Handfeuerwaffe dominieren, reihen sich Bilder verstümmelter Kinder und Säuglinge. Das wird angereichert mit Fotos erfolgreicher Sprengungen angeblich unislamischer Religionsbauten, trophäenartigen Bildnissen umgebrachter Feinde und immer wieder lachenden, freundlich aussehenden männlichen Jugendlichen.

dabiq_fotoseite

Frauen gibt es in Dabiq natürlich nicht zu sehen, hingegen eine Meute aufgebrachter Bärtiger, die eine Frau steinigt. In den beiden letzten Ausgaben nehmen zudem sorgsam inszenierte Bilder der Hinrichtung der Journalisten James Foley und Steven Sotloff viel Platz ein.

Die Dabiq-Magazine haben jeweils um die 50 Seiten, sind also gut halb so dick wie eine ADAC Motorwelt. Im Mittelteil des Magazins finden sich die grünen Seiten, in denen Religion vermittelt werden soll. In blau gehalten sind die Seiten “Der Islamische Staat in den Worten seiner Feinde”, mit denen sich die Propagandisten gegenseitig auf die Schulter klopfen. Viele andere Seiten, insbesondere der ersten Ausgabe sind goldfeuerfarben, was wohl den glorreichen Kampf symbolisieren soll.

dabiq-feuerfarben

Als Schriften werden Calibri, Imperator Small Caps, Myriad Pro, Trajan Pro und TwCen MT genutzt. Fontmäßig sind die Hefte eher eine müde Veranstaltung, einzelne ganz ordentlich gemachte Seiten sind da die Ausnahme. Man merkt den Machern an, dass sie ein Hochglanzheftchen für den Westen produzieren wollen, sie kommen aber über einen in den späten neunziger Jahren stehengebliebenen Selfmade-Gamermagazin-Style nicht hinaus. Irgendwie sieht Dabiq durchgehend nach Formatvorlage aus. Insbesondere das Inhaltsverzeichnis ist in allen Ausgaben grottig designt, die Overlay-Optik erscheint vollkommen out of date. Eine Ausnahme beim Design bilden die Cover der Ausgaben, die durchweg als gelungen bezeichnet werden können. Jedoch bleibt der Formatwechsel von der zweiten zur dritten Ausgabe unerklärlich.

dabiq-cover

Inhaltlich bleibt das Magazin erwartbar und liefert wenig Neues. Dabiq postuliert eine Trennung der Welt in zwei Lager (Grammatikfehler im Original):

Das Lager des Islam und Glaube und das Lager von Kufr und Heuchelei – Das Lager der Muslime und Mujahidin allerorts und das Lager der Juden, Kreuzzügler, deren Alliierten und mit ihnen der Rest der Nationen und Religion des Kufr, alle geführt von Amerika und Russland und mobilisiert von den Juden.

Neben all den Berichten von Kriegserfolgen und mannigfaltigen religiösen Rechtfertigungsversuchen streut Dabiq immer wieder “zivile” Erfolgsmeldungen (Drogenschmuggler bestraft, Waisenhaus aufgemacht, usw.) ins Heft. Sie sollen Staatlichkeit und Stabilität suggerieren und in die vermeintlich glorreiche Zukunft deuten.

Ich habe keine Ahnung, was für eine Art Mensch man sein muss, um so ein Magazin gut zu finden: Es zeigt nichts als religiös verbrämte Gewalt, Brutalität und Virilität gepaart mit dem Versuch irgendwie poppig-westlich anschlussfähig zu sein.

(Wir verlinken die PDFs von Dabiq hier nicht, weil wir nicht wissen, welche rechtlichen Implikationen das haben kann.)

geschrieben von: John F. Nebel

John F. Nebel ist Blogger, Podcaster und Journalist. Bei Metronaut sind seine Themen Soziale Bewegungen, Grundrechte, Freiheit, Überwachung, Netzpolitik, Aktivismus, Public Relations und alles andere, was ihn gerade interessiert.

5 Kommentare

  1. rantanplan says:

    Ekelhafte Islamisten …. Wie die Nazis ,der letzte Menschliche abschaum

  2. Dr. Salam says:

    Die IS kommt gleich hinter den deutschen feigen Nazi-Schweinen , die damals waehrend des Nazi-Terror-Regimes unter teuflischem Einfluss mordeten und vergewaltigt haben. Die IS muss und wird vernichtet werden. Warum ? Weil sie keine Hilfe von einem Gott erhalten. Den Gott , den sie vergoettern , den gibt es nicht. Maenner , die auch noch unschuldige Maedchen und Frauen schaenden und vergewaltigen , sind von teuflischen Einflüssen gesteuert. Die ganze Weltengemeinschaft ist aufgefordert , diese “Irren Satans” und Gotteslaesterer zu vernichten. Mit der Hilfe des einzigen “wahren Gottes”.

  3. Peter says:

    Es gibt keinen Gott, kein Allah, kein Zeus, kein Ra, keinen Donnergott, keinen Meeresgott… alles nur Phantasie der Reichen, um die Armen arm und dumm zu halten.

  4. Spencerindustriez says:

    Habt ihr Vollschwachmaten es immer noch nicht geschnallt ? : Es gibt keine GÖTTER (neben MIR !!!)

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