Wenn die Krise kommt: Ladet eure Akkus auf!

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz rät schon lange: Vorratshaltung für die Krise. 14 Liter Flüssigkeit – gleich ob Sekt oder Selters – sollte die gut gewappnete Bürger:in bereithalten um Hochwasser, Lawinen oder Cyberangriffen zu trotzen. Doch das Bundesinnenministerium hat weitergedacht und ein neues Konzept zur Zivilen Verteidigung vorgelegt.

Der moderne Mensch braucht nicht nur Brot und Bier, er braucht auch sein Smartphone. Jüngst hat eine Studie bestätigt, dass 15 Prozent der deutschen “Tweens” nicht mehr ohne ihr Smartphone leben können. Um “zur Überbrückung kurzfristiger Stromausfälle” gerüstet zu sein, soll die Bevölkerung also “geladene Akkus an Computern, Mobiltelefonen und Telefonen” bereithalten. Gute Idee, jetzt braucht es nur noch eine gewitzte Marketing-Aktion von Media Markt und Co. für den 4er-Pack an Laptopakkus und der Krisenvorbereitung steht nichts mehr im Weg. Und wenn der Akku leer geht, legt das Innenministerium der Bürger:in die “Vorhaltung solarbetriebener Batterieladegeräte” ans Herz.

Vorschläge zur digitalen Krisenvorsorge

Schade nur, dass es bei einem großflächigen Stromausfall auch Probleme mit der Verfügbarkeit von Internet und Telefonnetz geben dürfte. Daher unsere Tipps für die digitale Krisenvorbeitung:

Die Bevölkerung soll durch geeignete Maßnahmen zur Überbrückung von Internet- und Telefonnetz befähigt werden. Das beinhaltet entsprechende Vorbereitungsmaßnahmen wie insbesondere:

  • Vorhaltung einer aktuellen Offline-Kopie der deutschsprachigen Wikipedia
  • Bereithaltung geeigneter Funkgeräte mit hoher Akkulaufzeit
  • Geodaten und digitale Stadtpläne zur Sicherstellung der Navigationsfähigkeit
  • Ausreichendes digitales Filmmaterial (Empfehlung: 14 GByte pro Woche, kann dem eigenen Bedarf angepasst werden)
  • Gleiches gilt für Musikdateien – zur Erhaltung von Kulturgut in FLAC-Qualität auf Vorrat halten

Den geneigten Leser:innen sei hierfür auch das Konzept der Datentankstelle ans Herz gelegt. Wie das geht, hat Wikimedia vorgemacht. Also: Mehr Datentankstellen für die digitale Daseinsvorsorge! Aber bitte mit Sonnenenergie.

geschrieben von: Rosa Linde

Rosa Linde mag das Internet und empört sich über die zunehmende Cyberisierung in der Politiklandschaft.

Ein Kommentar

  1. steffen says:

    hilfreiche Liste, ich würde auch jede Menge Dosenfutter bereit halten :) Habe mir auch vor kurzen einen großen bluetooth lautsprecher gekauft, der kann dann als Powerbank genutzt werden. Kann damit mein Handy ca. 6 mal komplett aufladen :)

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