G20-Ratgeber: Das hilft gegen Pfefferspray und Tränengas

Pfefferspray ist eine Pest und wird von der deutschen Polizei mittlerweile fast standardmäßig – und oftmals auch rechtswidrig eingesetzt. Damit dich Pfefferspray beim G20-Gipfel nicht zu lange außer Gefecht setzt, haben wir hier die besten Tipps, wie du dich schützen kannst – und wie du nach der Ladung Reizgas schnell wieder auf die Beine kommst.

Schutz

Schutzbrillen, Schwimmbrillen sowie Gas- und Atemmasken sind in Deutschland während Demonstrationen als “Schutzbewaffnung” verboten. Ihr Einsatz kann Strafen nach sich ziehen. Nicht verboten sind: Sonnenbrillen, Fensterglasbrillen und Schirmmützen, die man auch mal tiefer ins Gesicht ziehen kann.

Ausspülen der Augen

Eines der besten und wirksamsten Mittel zum Ausspülen der Augen ist “Oculav Nit”. Es ist auch geeignet, um den Mund auszuspülen. Dieses Mittel benutzt die Polizei selbst, wenn sie sich mal wieder aus Versehen selbst eingesprüht hat. Oculav Nit ist beim Versandhändler eures Vertrauens oder in der Apotheke erhältlich.

Gesicht und andere Hautpartien

Pfefferspray und Tränengas trifft nicht nur die Augen, sondern setzt sich auch auf anderen Hautpartien fest und gelangt in den Mund. Ihr könnt diese Hautpartien und den Mund mit einer Emulsion aus Wasser und dem Sodbrennmittel Maaloxan/Riopan/Talcid besprühen. Dafür füllt ihr zwei, drei Beutel Maaloxan zusammen mit 500 Milliliter Wasser in eine Pflanzensprühflasche und schüttelt diese gut. Oder habt sie einfach dabei auf der Demo. Bei den Protesten vom Gezi-Park wurde der Talcid-Man zu einer Protest-Ikone – er half seinen Mitdemonstranten gegen Tränengas.

Nachdem du getroffen wurdest, sprühst du dir die Emulsion bei geschlossenen Augen reichlich in den Mund, ins Gesicht und auf andere betroffene Hauptpartien. Der Wirkstoff wird das Reizgas binden und den Schmerz spürbar lindern. Schaue, dass Du die Lösung nicht ins Auge bekommst, denn das ist nicht so gut. Später solltest du die Hautpartien noch mit Wasser abwaschen. Achte darauf, dass nicht wieder Reizgasreste ins Auge eindringen.

Wem das alles zu stressig ist: Nehmt Euch einfach ein paar Beutel von dem Sodbrennn-Mittel in der Tasche mit und mischt Euch das Mittel vor Ort in einer kleinen Wasserflasche direkt an. Ihr werdet Euch wundern, wie effektiv das hilft.

Und jetzt viel Spaß auf der Demo!

Update:

Es geistert immer noch die Legende rum, dass man mit Zitronensaft oder Essig getränkte Tücher vor den Mund halten könne oder sich damit abreiben/spülen solle. Das ist nicht gut. Bitte nutzt KEINEN Zitronensaft oder andere Säuren, das schadet mehr als es hilft und die oben genannten Mittel sind am Besten.

geschrieben von: John F. Nebel

John F. Nebel ist Blogger, Podcaster und Journalist. Bei Metronaut sind seine Themen Soziale Bewegungen, Grundrechte, Freiheit, Überwachung, Netzpolitik, Aktivismus, Public Relations und alles andere, was ihn gerade interessiert.

2 Kommentare

  1. emsrunner says:

    hilfreiche infos..vielen dank

  2. Martin Däniken says:

    Die InnenMinister und Rainer Wendt lehnen diesen Aufruf zur passiven Bewaffnung Angriffsvorbereitung und Weltrevolution grundsätzlich ab und
    den äusserst gefährlichen Einsatz von luftgefüllten Luftmatratzen gegen Wasserwerferwasser,
    eine massive Gefährdung der gepanzerten Einsatzfahrzeuge und der Demokratie ist nicht auszuschliessen!

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